Baujagd    Heute

 

 

 


Die Niederwildjagd ist ohne die Reduzierung der Prädatoren nicht möglich.

Natürlich bestehen Gesetze, die eine Jagd nur zu bestimmten Zeiten und auf bestimmte Tierarten erlaubt.

Wer diese Möglichkeiten nicht wahrnimmt, lässt sein Niederwild so stark reduzieren, dass oft eine Jagd nicht mehr vertretbar ist.

Eine Bejagung des Fuchses ist hier in vielen Fällen der wichtigste Faktor. In Revieren die noch viele Hasen und Fasane haben,

wird auch immer die Baujagd intensiv durchgeführt. Erfolgt sie konsequent, ist sie in offenen Landschaften die effektivste

Jagdart auf den Fuchs.
 

 

 

 
Was bedeutet Prädation.
                                                                                       
 
 

 

 


In Norwegen wurden 44 Rehkitze mit  Sendern markiert. Nach 60 Tagen  waren 21 zur Beute von Füchsen geworden.

 

Ein 10 jährigen Räuberausschluss-Versuch in Dänemark stellt fest, das die Hasendichten zwei bis dreimal höher liegen,


wenn eine intensive Prädationskontrolle stattfindet.

 

Im Großtrappengebiet Brandenburg wurde auf über 10.000 ha die landwirtschaftliche Nutzung streng organisiert.

Als Folge wurden die Gelegeverluste durch landwirtschaftliche Arbeiten von 60 –90 % auf weniger als 10 % gesenkt.
 

Anschließend wurde jedoch festgestellt, dass durch Fuchs, Greife und Krähen ein Verlust an Jungvögeln von  88 – 90 % zu verzeichnen ist.


Eine neue Untersuchung der Universität Vechta in der Wesermarsch kommt zum selben Ergebnis

an Verlusten beim Kiebitz, Uferschnepfe, Großer Brachvogel und Rotschenkel.

Die AG Küstenvogelschutz erarbeitet im März 2006 eine

Strategie eines Raubsäugermanagements in den Küstenvogelschutzgebieten von Mecklenburg-Vorpommern.


Beim Rebhuhnschutz im Landkreis Göttingen wurden 2009 27 Hühner besendert, nach 4 Wochen waren 12 von der Prädation betroffen.
 

Ohne die Reduzierung der Prädatoren ist Küsten- und Wiesenvogelschutz nicht möglich. Alle Untersuchungen kommen zum gleichen Ergebnis.

 

 

 

 
Die Anschaffung eines Bauhundes.

 
 

 

 


Beim Kauf unbedingt auf die Leistung der Eltern achten !

 

Da alle Hunderassen ( bis auf den DJT ),  die für die Baujagd eingesetzt werden, auch oft als reine Haushunde gehalten werden,

 

ist beim Kauf eines Welpen unbedingt auf die jagdlichen Leistungen der Eltern starken Wert zu legen.

 

Viele Teckel, Fox-,  Parson- oder Jack Russel Terrier sind für die Baujagd völlig unbrauchbar.

 

Über die Jagdhaftpflicht sind nur Hunde versichert, die spätestens nach drei Jahren eine Bauprüfung abgelegt haben.

 

Diese ist nur für Hunde möglich, deren Papiere vom JGHV anerkannt sind.

 

Sehr wichtig ist der Brustumfang. Die Idealvorstellung liegt im Bereich von 35- 40 cm.

 

Es geht bis 45 cm. Gemessen wird der Brustkorb des Hundes, das Maßband liegt dabei fest an, ohne jedoch einzuschnüren.
 

 

 

 
Vor der Jagd.

 
 

 

 


Auf jeden Fall ist die Sicherheit bei der Baujagd anzusprechen. Zu viele Hunde werden bei der Bauarbeit erschossen !  

Es kann nicht sein, dass auch weiterhin die größte Gefahr von leichtsinnigen Schützen für den Bauhund ausgeht!

Füchse dürfen nur geschossen werden, wenn sie  mindestens  3 -  4  Meter vom Bauausgang

entfernt sind und kein Hund dicht dahinter ist !

Ich darf nicht auf den mir zulaufenden Fuchs schießen, sondern nur auf den seitlich oder von mir weglaufenden.

Der Bauhundführer darf anders handeln, muss es öfter sogar.

Das betrifft aber nur IHN und keinen anderen !

Der Bauhundführer ist grundsätzlich der Jagdleiter. 

Baujagd ist nichts für eine große Gesellschaft. Nur 2-3 Jäger werden gebraucht. 

Bei einem großen Bau mit 15 Ausgängen und mehr kann die Zahl mal 4-6 betragen. 

Wenn ein Fuchs nicht tödlich getroffen ist, sollte der Bauhund möglichst von ihm ferngehalten werden.

Wenn der Hund noch weit genug vom Fuchs entfernt ist, sollte sofort ein Fangschuss erfolgen.

 

 

 

 
Der Führer sollte selbstverständlich mit Sender arbeiten und den auch ausprobiert haben.

 
 

 

 
Er entscheidet ob der Bau gearbeitet wird oder nicht. Den Bau möglichst leise und unter Wind angehen.

Nie seinen Hund anrüden. Die Hunde werden leicht dadurch laut, auch wenn nichts im Bau ist.

Zeit haben, manche Füchse springen schnell, es kann aber auch Stunden dauern. Ist ein Fuchs gesprungen, in Ruhe warten ob kein zweiter kommt.

Bei einem Einschlag den Hund sofort vom Fuchs durch einen Spaten trennen.

Kommt der Hund nicht aus dem Bau, sich 100 Meter entfernen, eventuell Mitjäger nach Hause schicken.

 

 

 

 
Wann ist der Fuchs im Bau ?

 

 

 

 
Die Wahrscheinlichkeit, im Oktober den Fuchs im Bau anzutreffen, ist nicht groß. Trotzdem stecken schon einige Füchse nach der Maisernte im Bau.  

Jetzt ist der Zeitpunkt, um auch die Bauten zu pflegen.  Ein Mangel, der oft von Praktikern kritisiert wird.

Januar und Februar sind die erfolgsversprechendsten Monate, aber auch im November, Dezember sind die Aussichten kaum geringer. 

Ab März ist mit den ersten Welpen zu rechnen. Schon Ende April ist die Fähe nicht mehr so oft im Bau und im Mai kaum mehr dort anzutreffen.

Der Satz  „Baujagd gleich Saujagd“ hat auch weiter seine Berechtigung. Bei schlechtem Wetter, Schnee, Regen und besonders Sturm ist der Fuchs eher im Bau.

Am Bau selber kann ich an Zeichen von Spinnweben, Gras zwar recht gut erkennen, dass der Bau nicht befahren ist,

dass der Fuchs aber tatsächlich steckt, ist ohne Hund auch für den Baujäger mit sehr großer Erfahrung  nicht zu erkennen.

Völlig irrelevant ist es, vom Geruch auf den Fuchs zu schließen.  Er besagt nur, dass ein Fuchs irgendwann da gewesen ist.
 

 

 

 
Die Arbeit am Bau

 

 

 

 
Terrierführern arbeiten nur mit einem Hund im Bau. Teckelführer arbeiten oft mit zwei und große Bauten auch noch mehr Hunden.

Beim Kunstbau wird nur von wenigen ein zweiter Hund gleichzeitig geschnallt. Auch beim Dachs ist die Arbeit mit zwei Hunden selten.

Andere Jagdhunde z. B. ein Drahthaar vom Revierinhaber, sind  wenig hilfreich. Sie stören leicht durch Krach, sind ein Sicherheitsrisiko für den Bauhund.

Es gibt Füchse, die springen und die nicht springen. 

Ein Satz der stimmt, aber der Erfolg ist stark davon abhängig, ob der Fuchs etwas mitbekommen hat, wie die Leute sich verhalten.

Ruhe, den Wind beachten ist eine  wichtige Voraussetzung für das Springen.

Dabei werden Feldbauten mit einem Ausgang oft gegraben werden müssen.

Wenn im Januar noch bis zu 80 % der Füchse springen, sinkt die Zahl besonders wegen der Fähen im Februar auf  60 % . 

Auch aus dem gut angelegten Kunstbau springen 10 % der Füchse nicht. 

Beim Graben scheiden sich die Vorstellungen. Oft liegt es an der Struktur im Revier.

Habe ich viele und große Bauten werde ich versuchen ohne Graben auszukommen. Bei felsigem Grund muss ich es sogar.

Anders in reinen Niederwildgebieten. Hier wird oft versucht, dem Hund zu helfen, wenn der Fuchs nicht springt.

Oft sind hier nur Einröhrenbauten, da bekomme ich ohne Graben sehr viel weniger Füchse.

Es wird gewartet, bis der Hund fest vorliegt. Das wird bei großen Bauten sehr viel später der Fall sein.

Beim Dachs wird zu 90-95% gegraben werden müssen.  Die Arbeit am Dachs ist erheblich gefährlicher als am Fuchs. 

2-5 % der Bauhunde würgen auch den Fuchs im Bau ab, der DJT zu 5-10 %.

Es wird als sehr negativ angesehen, führt leicht zu Verletzungen und in fast allen Fällen muss der Fuchs dann gegraben werden.

Terrier liegen dem Fuchs in engen Röhren etwas weiter vor.

Der gesunde Dachs wird nie abgewürgt werden können, auch wenn es immer wieder behauptet wird.

 

 

 

 
Kunstbauten

 

 

 

 


Im Wald wird der Kunstbau erheblich schlechter angenommen als im Feld.

Sind in der weiten offenen Landschaft Gehölzinseln, Erhöhungen usw., sind das gute Stellen.

Die höchsten Stellen an langen Gräben sind gut geeignet.

Wenn möglich, sollte er im gelben Sand liegen.

Schlecht sind Moorgebiete. Hier bieten sich nur oberirdische Kunstbauten an.

Die Sechsecksteine haben sich als Zulauf bewährt aber auch 20er Betonrohre. Größere Durchmesser werden schlechter angenommen.

Der Zulauf sollte mindestens 8 Meter betragen, länger als 12 Meter ist nicht zu empfehlen.

Der Boden des Kessels muss die höchste Stelle des Baues sein, der Deckel sollte nur 20 - 30 cm unter der Erdoberfläche liegen.

Die Größe des Kessels ist unterschiedlich.

Aus meiner Sicht darf die Innenhöhe durchaus 35 cm bis 80 cm betragen. Als optimal würde ich 50 - 60 cm ansehen.

Wenn die Nase etwas länger wird, kann die Länge vom Eingang bis zur Rückwand etwa 80-110 cm sein.

Die Breite 70 - 100 cm.

Eine Abweichung in allen Bereichen, ob etwas größer oder auch kleiner, wird nicht zu einer deutlich geringeren Annahme führen.

Auf gutes Schussfeld vor dem Bau ist zu achten.

Leider sind viele Kunstbauten ungepflegt und damit bleibt der Erfolg aus. Ein „kleiner Weg“ zum Eingang ist sehr wichtig.

Ab Oktober sauber frei machen, etwas gelben Sand direkt vor dem Eingang. In den ersten Wochen dann ein paar Federn, ein Stück der Decke dazu.

Nicht gut ein Luderschacht in der direkten Nähe oder ganz schlecht Schlachtabfälle.

 

 

 

 
Ortungsgeräte

 

 

 

 


Wer die Baujagd nicht nur in Kunstbauten betreibt, wird auf Dauer immer ein Gerät benutzen.

Es ist eine erhebliche Gefahrenreduzierung für den Hund und eine große Erleichterung, wenn ich den Hund ausgraben muss.

Alle Geräte sind gewöhnungsbedürftig und verlangen Übung. Wer nur wenige Einsätze hat, kommt oft schlecht damit zurecht.

Ortungswellen, die vom Sender ausgestrahlt werden, sind nie gerade, sondern immer etwas gebogen. Das ist technisch bedingt.

Die Erwartung, auf den Zentimeter genau die Richtung bestimmen zu können, ist dadurch nicht möglich.

Jedoch reicht die Ortung fast immer aus, um durch einen Einschlag die Röhre zu finden.

Zur Zeit ist das Ortovox Gerät zu 80% im Gebrauch. Es ist ausgereift und mit etwas Übung gut geeignet.

Bellmann & Flint haben ein Gerät das sehr gut beurteilt wird.

 
 

 

 


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Mit freundlichem Gruß und Waidmannsheil  für alle Baujäger